Donnerstag, 27. Juni 2013

Geschäftsmodelle für mobile Apps - Teil 1 von 4

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Teil 1: Der Markt und Modell „Freemium“


Überblick

Schnelles Wachstum

2013 werden insgesamt fast 1,2 Mrd. Smartphones und Tablets verkauft, so die Prognosen. Das wäre ein Zuwachs von rund 37% gegenüber dem Vorjahr. Vier von fünf Geräten werden dabei Smartphones sein, wohingegen es sich 2012 bei nur jedem sechsten verkauften Gerät um ein Tablet handelte. Immer mehr Menschen finden Interesse an mobilen Geräten, sei es zum Arbeiten oder für die private Verwendung.

Und damit steigt auch die Popularität des Themas „mobile Apps“. Wie schon gezeigt, erfuhr das Angebot an Apps in den vergangenen zwölf  Monaten eine Steigerung von über 200% und wächst damit 6-mal schneller als der Absatz von Mobilgeräten. Man mag sich fragen, was die Entwickler dazu antreibt, im Durchschnitt knapp 1.500 Apps pro Tag zu veröffentlichen, doch eine Antwort darauf zu finden ist nicht schwer: Sie erhoffen sich, mit der Programmierung ihrer Apps große Gewinne zu machen.

Während die einfachste Form der Umsatzgenerierung auf einen fixen einmaligen Preis zum Erwerb der Anwendung setzt und damit dem klassischen Produktabsatz am nächsten kommt, ergeben sich im Bereich der Onlinegüter und vor allem der mobilen Anwendungen zusätzlich aber noch ganz andere Möglichkeiten, die über größere Reichweiten und veränderte Rahmenbedingungen einen noch höheren Umsatz generieren können. Die drei gängigsten Geschäftsmodelle wollen wir im Folgenden näher beleuchten.

Weltweiter Absatz mobiler Endgeräte 2010-2012 und Prognose bis 2017

Modell I: Freemium

Beliebt vor allem bei service-orientierten Apps und Spielen ist das Freemium-Modell. Eine Anwendung wird in abgespeckter Form zum kostenlosen Download angeboten, wer jedoch den vollen Funktionsumfang möchte, zahlt.

Beispiel: Ein Spiel wird mit ein paar wenigen Levels in der Basisversion kostenfrei veröffentlicht, eine Freischaltung des vollen Spielumfangs ist hingegen nur gegen Bezahlung möglich. Auch eine einfache mobile Anwendung, wie eine Wetter-App kann neben der kostenfreien Basisversion in einer Premiumversion zusätzliche Funktionen, wie etwa detailliertere Wetterkarten oder Seewetterberichte umfassen.

Allgemein stellt das Freemium-Modell eine extreme Form der klassischen preispolitischen Penetrationsstrategie dar, setzt also auf die Erreichung einer schnellen Marktpenetration. Insbesondere durch die Erzeugung von Netzeffekten kann diese noch verstärkt und so insgesamt die Marktdurchdringung beschleunigt werden. Während in diesem ersten Schritt durch das Anbieten der kostenlosen Basisversion ein Nutzerstamm aufgebaut wird, generiert erst der zweite Schritt Umsätze durch den kostenpflichtig für zahlende Kunden angebotenen Service.

Daraus ergeben sich hier zwei mögliche Modelle zur Umsatzgenerierung: zum einen die Möglichkeit, kostenpflichtig einen größeren Leistungsumfang (sogenannte Pro- oder Premium-Version) freizuschalten, zum anderen die Bereitstellung aktuellerer Inhalte oder Versionen ebenfalls zur kostenpflichtigen Freischaltung (Upgrade).

Damit eine Nachfrage nach einem dieser drei Umsatzgeneratoren entsteht, muss der Unterschied zur Basisversion entscheidend groß und vor allem nutzerrelevant sein. Dabei ist es auch möglich und durchaus gängige Praxis, diese Unterschiede an die Bedürfnisse von hierzu definierten Zielgruppen anzupassen.

Ein großes Problem des Freemium-Modells ist die Wahrscheinlichkeit der sogenannten Free-Rider-Mentalität (umsatzneutrale Nutzung ausschließlich der Basisversion), die aber durch gezielte Marketingaktivität und Schaffung von Anreizen zum Kauf der Premium-Version reduziert werden kann. Zugleich kann durch Einbeziehung von vernetzten Aktivitäten (insbesondere via Social Web) die Intensität und der Nutzen von Netzeffekten verstärkt und dadurch die Marktdurchdringung vorangetrieben werden.

So geht es weiter

Von der Marktdurchdringung zur Umsatzgenerierung – Freemium ist ein aussichtsreiches Modell. Doch was verbirgt sich hinter den anderen Modellen? Was zeichnet sie aus? Wie lassen sie sich zu einem geeigneten Mix bündeln und vor allem: Worauf ist bei der Wahl der eigenen Strategie zu achten? Darüber erfahren Sie an dieser Stelle mehr in der Fortsetzung.

Und nun zu Ihnen!

Welche Apps kennen Sie, die nach dem Freemium-Modell ausgerichtet sind? Was ist für Sie wichtig, damit Sie die entsprechende Premium-Version kaufen würden?

Sie haben Fragen zu mobilen Apps oder anderen Themen, zu denen wir Ihnen helfen können?
Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

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Denn das bringen die nächsten Beiträge:
Teil 2: „In-App-Purchasing“ und das „Affiliate-Modell“
Teil 3: Welches Modell ist das richtige? Welche finden am häufigsten Verwendung?
Teil 4: Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen

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